Ordonnanzgewehr

Die Sportart Ordonnanzgewehr - eine historische Betrachtung

Das Ordonnanzgewehr ist eine Sportart, die ihren Ursprung im militärischen Schießtraining des 19. Jahrhunderts hat. Sie wurde ursprünglich entwickelt, um die Schießfertigkeiten von Soldaten zu fördern, die mit Standardwaffen der Armee – dem sogenannten Ordonnanzgewehr – vertraut gemacht werden sollten. Das Ordonnanzgewehr war im militärischen Kontext ein festgelegtes Modell, das in vielen Ländern zu bestimmten Zeitpunkten als Standardwaffe für die Truppen galt.

Die erste organisierte Form des Ordonnanzgewehrschießens als Sport entwickelte sich in der Schweiz im späten 19. Jahrhundert. 1889 wurde die „Schweizerische Ordonnanzgewehr-Vereinigung“ gegründet, die das Schießen mit dem Ordonnanzgewehr förderte und als Wettkampfsport etablierte. Es folgte eine rasche Verbreitung dieser Disziplin in anderen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und Frankreich.

Das Besondere an der Sportart Ordonnanzgewehr ist, dass die Wettbewerbe mit militärischen Standardgewehren durchgeführt werden, die bestimmte Anforderungen an das Gewicht, die Kalibergröße und die mechanische Funktionalität erfüllen. Diese Waffen sind in der Regel nicht speziell für den Sport entwickelt, sondern entsprechen den militärischen Vorgaben für ein Ordonnanzgewehr. Beim Wettkampf steht Präzision im Vordergrund, wobei die Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen in unterschiedlichen Lagen, gegeneinander antreten.

Mit der Zeit gewann das Ordonnanzgewehrschießen zunehmend an Bedeutung und wurde ein fester Bestandteil vieler militärischer und zivilgesellschaftlicher Schießvereine. Trotz der schwindenden Bedeutung des Ordonnanzgewehrs im militärischen Bereich bleibt der sportliche Wert dieser Disziplin aufgrund ihrer historischen Wurzeln und der Tradition ungebrochen.

Sie sind mehr als Waffen, sie sind Zeitzeugen der Militär- und Technikgeschichte.

Abschließend sei noch auf das „Regelwerk für Bewerbe mit Ordonnanzgewehren“ des Österreichischen Schützenbundes hingewiesen.

LSpL Volkmar Scherr